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Feste Arzneiformen
Wenn man von festen Arzneimitteln spricht, denkt man meistens an Tabletten.
Definition
Die Tabletten sind eigentlich abgeteilte, einfache oder zusammengesetzte Arzneipulver, die durch starken Druck zu Scheiben gepresst werden.
Bei der Herstellung von Tabletten werden Hilfsstoffe benutzt, zum Beispiel Streck- und Füllmittel zur Bildung der Tablettenmasse. Um den Zusammenhalt der Tablette zu verbessern, werden flüssige Bindemittel (zum Beispiel Gelatinelösung, Weingeist, Zuckersirup u. a.) benutzt. Manchmal muss das Gleitmittel hinzugefügt werden. Das meistgebräuchlichste ist der Talk. Es werden auch Magnesium- oder Kalziumstearat, Kakaobutter u. a. benutzt. Sprengmittel beschleunigen die Auflösung der Tablette in Flüssigkeit.
Als Hilfsstoffe werden nur pharmakologisch indifferente Stoffe angewendet, die mit den Arzneistoffen keine Unverträglichkeiten auslösen. Sie müssen wasserfreundlich, geruch- und geschmacklos sowie reizlos gegenüber den Schleimhäuten des Magen-Darmtraktes sein.
Tabletten sollten mit Wasser geschluckt werden. Sie enthalten Füllstoffe und Sprengmittel. Der Wirkstoff wird z. B. im Dünndarm aufgenommen.
Nichtüberzogene Tabletten werden nach dem Pressen nicht mehr behandelt.
Überzogene Tabletten werden mit natürlichen oder synthetischen Harzen, Gummen, Zuckern, Wachsen, Farbstoffen und anderen Stoffen überzogen. Wenn der Überzug nur dünn ist, spricht man von Filmtabletten.
Brausetabletten werden in Wasser aufgelöst und dann getrunken. Sie enthalten Brausezusätze wie Natriumcarbonat und Geschmacksstoffe sowie Süßstoff.
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4. Brausetabletten
Fig. 4. Brausetabletten
Dragees sind eigentlich überzogene Tabletten. Sie bestehen aus einem Drageekern und aus einer Schicht. Diese Schicht schützt die Tablette vor äußeren Einflüssen, ist magensaftresistent und bedeckt einen unangenehmen Geschmack. Der Wirkstoff wird im Dünndarm freigesetzt. Dragees sollten unzerkaut mit Flüssigkeit eingenommen werden.
Kapseln besitzen eine Gelatinehülle, in deren Innerem sich der Wirkstoff befindet. Sie werden oral mit viel Flüssigkeit eingenommen. Es gibt auch Kapseln, die vaginal oder rektal eingeführt werden.
Schmelztabletten werden bei der Herstellung gefriergetrocknet und lösen sich im Mund auf. Sie müssen nicht zusammen mit Wasser eingenommen werden.
Lutschtabletten werden in der Mundhöhle angewendet und sollten bis zur völligen Auflösung im Mund belassen werden. Die Wirkstoffe wirken im Mund und werden über die Mundschleimhaut aufgenommen. Lutschtabletten dienen der Behandlung von Erkrankungen des Mund- oder Rachenraums (bei Halsschmerzen, Heiserkeit).
Pastillen sind verfestigte Flüssigkeiten, die meist zusammen mit Gummi Arabicum in Formen gegossen wurden. Die Wirkstoffe werden durch Lutschen herausgelöst.
Pflaster – sogenannte TTS-Pflaster (Transdermale Therapeutische Systeme). Pflaster werden auf die Haut geklebt. Der Wirkstoff wird über einen langen Zeitraum in den Körper abgegeben. Heutzutage werden sehr oft Pflaster gegen Schmerzen benutzt.
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5. Pflaster
Fig. 5. Pflaster
Zäpfchen (Suppositorien) sind feste Arzneiformen. Bei Körpertemperatur beginnen sie zu schmelzen. Obwohl sie bei gewöhnlicher Temperatur fest bleiben, sind sie besonders hitzeempfindlich. Sie sind walzen-, kegel- oder torpedoartig geformt. Sie werden in den Mastdarm oder in die Scheide eingeführt. Für die Herstellung von Zäpfchen werden heute Apparate und Hilfsmittel eingesetzt. Die älteste Methode ist die Herstellung von Hand. Diese Methode stellt heute nur eine alte Apothekerkunst dar.